Wohngeld-Kürzungen würden Rhein-Lahn und Rhein-Hunsrück hart treffen

Mitglied des Landtags

Wohngeld-Kürzungen würden Rhein-Lahn und Rhein-Hunsrück hart treffen

Zahl der Wohngeldhaushalte in beiden Landkreisen seit 2022 fast verdoppelt

Immer mehr Menschen im Rhein-Lahn-Kreis und im Rhein-Hunsrück-Kreis sind auf Wohngeld angewiesen. Ende 2024 bezogen in beiden Landkreisen zusammen rund 2.730 Haushalte die staatliche Unterstützung, 1.320 mehr als noch zwei Jahre zuvor. Die geplanten Kürzungen auf Bundesebene könnten deshalb für viele Familien, ältere Menschen und Beschäftigte spürbare Folgen haben.

Fabian Ehmann, Abgeordneter der GRÜNEN Landtagsfraktion und Ansprechpartner für die Region, erklärt:

„Das Wohngeld hilft Menschen, deren Einkommen oder Rente nicht ausreicht, um die gestiegenen Wohn-, Heiz- und Nebenkosten allein zu tragen. Im Rhein-Lahn-Kreis waren Ende 2024 rund 1.800 Haushalte darauf angewiesen, im Rhein-Hunsrück-Kreis weitere 930. Diese Zahlen zeigen, dass bezahlbares Wohnen längst nicht nur eine Herausforderung der großen Städte ist.“

Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich mit dem Jahr 2022: Im Rhein-Lahn-Kreis stieg die Zahl der Wohngeldhaushalte innerhalb von zwei Jahren von 965 auf rund 1.800. Im Rhein-Hunsrück-Kreis hat sie sich von 445 auf rund 930 sogar mehr als verdoppelt.

„Ausgerechnet jetzt die Heizkostenkomponente zu halbieren und die regelmäßige Anpassung des Wohngeldes an die Preis- und Mietentwicklung auszusetzen, wäre sozialpolitisch unverantwortlich. Gerade im ländlichen Raum treffen hohe Wohn- und Energiekosten auf zusätzliche Belastungen, etwa durch lange Wege und eine stärkere Abhängigkeit vom Auto“, so Ehmann.

Kürzungen würden auch die Kommunen belasten

Wenn Haushalte aufgrund der geplanten Änderungen kein Wohngeld mehr erhalten, droht vielen Betroffenen der Wechsel in die Grundsicherung. Die Kosten würden dadurch nicht verschwinden, sondern teilweise auf die Kommunen verlagert.

„Der Bund darf seinen Haushalt nicht auf Kosten der Menschen und der kommunalen Kassen entlasten. Auch für die Städte, Gemeinden und Landkreise in unserer Region könnten zusätzliche Belastungen entstehen. Wohngeld schützt vor Armut und hilft Menschen, in ihrer vertrauten Wohnung und ihrem sozialen Umfeld zu bleiben“, betont Ehmann.

Von der rheinland-pfälzischen Landesregierung erwartet der GRÜNEN-Abgeordnete deshalb ein entschiedeneres Vorgehen:

„Es reicht nicht, wenn Landesminister Sven Teuber seine Parteifreundin, Bundesbauministerin Verena Hubertz, über die sozialen Netzwerke kritisiert. Die SPD in Rheinland-Pfalz muss ihren Einfluss in Berlin nutzen und sich dafür einsetzen, dass die Kürzungspläne gestoppt werden. Die Frage, ob Menschen ihre Wohnung und ihre Heizkosten bezahlen können, ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit.“

Die Zahlen für die Region

LandkreisWohngeldhaushalte 2022Wohngeldhaushalte 2024Veränderung
Rhein-Lahn-Kreis965rund 1.800+835
Rhein-Hunsrück-Kreis445rund 930+485
Zusammen1.410rund 2.730+1.320

Landesweit bezogen Ende 2024 rund 48.900 Haushalte Wohngeld. Darunter waren etwa 19.500 Haushalte mit Kindern und mindestens 4.950 Haushalte von Alleinerziehenden. In mehr als 24.000 Wohngeldhaushalten war die antragstellende Person im Ruhestand.

Der Gesetzentwurf zur Änderung des Wohngeldgesetzes soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Vorgesehen sind unter anderem eine Halbierung der Heizkostenkomponente, die Aussetzung der regulären Anpassung an die Preis- und Mietentwicklung und eine Änderung der Berechnungsformel. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Weitere Informationen: