Endlich Hitzeaktionsplan für den Rhein-Lahn-Kreis aufstellen
Anlässlich der Rekordtemperaturen der vergangenen Tage fordern die GRÜNEN im Rhein-Lahn-Kreis die Erstellung eines eigenen Hitzeaktionsplans für den Landkreis. Dazu erklärt Fabian Ehmann, regionaler Landtagsabgeordneter der GRÜNEN:
„Die Rekordhitze der vergangenen Tage verdeutlicht: Abwarten und Tee trinken geht nicht mehr. Wir brauchen jetzt rasch konkrete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, bevor der Rhein-Lahn-Kreis von der nächsten verheerenden Hitzewelle überrollt wird. Um die entscheidenden Maßnahmen zu identifizieren und zu koordinieren, muss der Rhein-Lahn-Kreis jetzt endlich einen eigenen Hitzeaktionsplan erstellen.
Ein solcher Hitzeaktionsplan darf kein Papiertiger bleiben. Vielmehr müssen bereits jetzt beherzt die Maßnahmen umgesetzt werden, die auf der Hand liegen. Die vergangenen Tage haben deutlich gemacht, dass wir beim Schutz besonders gefährdeter Gruppen besser werden müssen. Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Pflegebedürftige und obdachlose Menschen müssen deshalb im Zentrum der Überlegungen stehen. Auch in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen und Kitas müssen wir uns konsequenter auf zunehmende Hitzeperioden vorbereiten.
Wir brauchen schnell wirksame Maßnahmen wie Verschattung, Begrünung, öffentliche kühle Räume oder – wo sinnvoll und notwendig – Klimaanlagen in Kombination mit Photovoltaikanlagen und Speichern. Gerade in einem Flächenlandkreis wie dem Rhein-Lahn-Kreis muss Klimaanpassung dabei sowohl in den Städten als auch in unseren Dörfern konsequent mitgedacht werden.
Eine klimaangepasste Stadt- und Dorfplanung muss zur Selbstverständlichkeit werden: vom Schwammstadtprinzip über mehr Begrünung, den Erhalt von Frischluftschneisen und Entsiegelung bis hin zu einer klugen Planung bei neuer Bebauung. Auch vermeintliche Details wie die Farbgebung von Straßenbelägen und Pflastern oder die Ausrichtung von Dächern können einen Unterschied machen. Die Erderhitzung ist längst da. Die Anpassung an ihre Folgen muss deshalb bei allen Planungen und insbesondere zum Schutz besonders betroffener Gruppen oberste Priorität haben.
Gleichzeitig wissen wir, dass viele Kommunen und Landkreise finanziell stark unter Druck stehen. Die notwendigen Maßnahmen zur Klimaanpassung dürfen deshalb nicht an knappen Kassen scheitern. Mit dem Sondervermögen stehen Mittel zur Verfügung, die auch für Klimaanpassung genutzt werden können. Dieses Geld muss jetzt dort eingesetzt werden, wo es die Menschen konkret vor den Folgen zunehmender Extremhitze schützt.“
