53 fehlende IGS-Plätze in der Region: Schulentwicklungsplanung muss Elternwillen stärker berücksichtigen

Mitglied des Landtags

53 fehlende IGS-Plätze in der Region: Schulentwicklungsplanung muss Elternwillen stärker berücksichtigen

Im Rhein-Lahn-Kreis und im Rhein-Hunsrück-Kreis konnten zum Schuljahr 2026/2027 insgesamt 53 Kinder nicht an ihrer gewünschten Integrierten Gesamtschule aufgenommen werden. Das geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsfraktion hervor. Betroffen sind die IGS Nastätten mit 18, die IGS Kastellaun mit 17 und die IGS Emmelshausen mit 18 Ablehnungen. Dazu erklärt Fabian Ehmann, regionaler Landtagsabgeordneter der GRÜNEN Landtagsfraktion:

„53 Kinder in der Region konnten nicht an ihrer gewünschten Integrierten Gesamtschule aufgenommen werden, obwohl sich ihre Familien bewusst für das gemeinsame Lernen entschieden haben. Dass an allen drei IGS-Standorten Plätze fehlen, ist ein deutliches Warnsignal: Die Nachfrage ist größer als die vorhandenen Kapazitäten.

Gerade im ländlichen Raum ist der Verweis auf eine andere Schule keine einfache Lösung. Längere Schulwege und zusätzliche Fahrzeiten belasten die Kinder und greifen unmittelbar in den Familien- und Berufsalltag der Eltern ein. Der Elternwille darf nicht regelmäßig an begrenzten Kapazitäten scheitern.

Der Rhein-Lahn-Kreis und der Rhein-Hunsrück-Kreis sollten die Entwicklung der Anmeldezahlen deshalb systematisch auswerten und belastbare Bedarfsprognosen erstellen. Gemeinsam mit den Schulen in Nastätten, Kastellaun und Emmelshausen muss geprüft werden, wie die bestehenden Standorte gestärkt und zusätzliche Aufnahmekapazitäten geschaffen werden können. Familien brauchen frühzeitig Verlässlichkeit bei der Wahl der weiterführenden Schule.

Auch die Landesregierung steht in der Verantwortung. Landesweit fehlen zum neuen Schuljahr 3.703 IGS-Plätze. Schwarz-Rot kann sich nicht auf pädagogisch begründete Grenzen bei der Zügigkeit zurückziehen, während der Koalitionsvertrag ausdrücklich vorsieht, sechszügige Integrierte Gesamtschulen zu ermöglichen. Die Landesregierung muss einen konkreten Zeitplan vorlegen und erklären, unter welchen Voraussetzungen die Schulen erweitert werden können und wie dadurch tatsächlich zusätzliche Plätze entstehen sollen.“

Die Zahlen beruhen auf der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der GRÜNEN Landtagsfraktion.